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Kotzen

Kotzen

Wer morgens im Bus zur Arbeit fährt, hat sehr gut die Möglichkeit sich ein Bild des aktuellen Alltags in Großstädten zu machen oder einfach kotzen zu gehen.
Es ist laut und voll und es stinkt. Wie kann man nur morgens schon so stinken.
Mir wird übel, ich sehe aus dem Fenster und erblicke Baustellen, Dreck und jede Menge Autos. Warum muss denn hier jeder mit dem Auto fahren?
Wer in der Großstadt wohnt kann doch bequem die Öffentlichen nehmen. Dann würde man auch schneller voran kommen im Straßenverkehr… Nervig dieses Schritt-Tempo.

Keine Parkplätze… glänzendes Blech, Krach und Smog.

Waren das immer schon so viele?
…frage ich mich über die Menschen… es wird so eng in meiner Wahlheimat viel zu viel…  Im Bus finden sich alle Kulturen wieder. Bunt gemischt. Das stört mich überhaupt nicht.
Es sind diese Gerüche die sie alle mit sich rum tragen, alle Menschen stinken … ich bin angewidert wenn wieder so ne Wolke vorbei fliegt… komme mir vor als würde ich in einem Schweinetransporter fahren. Musik auf die Ohren und mich weg  träumen, ist das Einzige was in dem Moment vor einer Panik- Attacke schützt.

Als ich 2003 nach Leipzig kam, habe ich mich sofort in diese Stadt verliebt.
Trotz Großstadtcharakter habe ich mich hier selten wie in einer gefühlt. Es gab genug Raum zum entfalten und Atmen!
Doch mittlerweile hat sich neben dem krass hohen Mietspiegel und den ständigen Baustellen auch ein Gefühl der Überbevölkerung breit gemacht.
In den Parks im Sommer hat man kaum ein Stück Wiese auf dem keiner liegt.

Bin ich so dünnhäutig geworden oder dieses Leben hier zu eng?
Verkehrsinfarkt, Überbevölkerung, Gestank …

Es gibt keine absolute Wahrheit über das Zeit- Geschehen. Aber ein reales empfinden für das was um mich geschieht.

Zu alledem haben wir uns eine größere und teurere Wohnung genommen…als würden wir tatsächlich sesshaft werden wollen in Zeiten wie diesen.

Freie Entfaltung ist überall möglich und Bewusstheit auch. Es ist eine Einstellungssache ganz klar.  Wer sich im Alltag seiner selbst nicht bewusst ist, wird es auch nicht „auf Reisen“ schaffen oder in einem für ihn angenehmeren Umfeld. Es ist wohl eher eine Ego-Geschichte – die des Wollens oder des Nicht-Wollens.

Ich weiß nicht wie lange ich das noch will. Mich zieht es immer mehr in unendliche Weiten, Natur, Ruhe, keine Menschen oder nur wenige.
Ein kleines Grundstück in Italien, Albanien oder Spanien und dort ein tiny -Haus drauf, mit dem man jederzeit weiter fahren kann wenn man Abenteuer braucht.

Mir ist aber auch bewusst welche Risiken und Anstrengungen ein autarkes Leben mit sich bringt und ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bereit dafür bin.

Zum jetzigen Zeitpunkt kämpfe ich mit meinem Würgereflex  und der bloßen Empörung über unerträgliche Zustände.
Die Hoffnung auf eine bessere Welt,  wirkt im 21. Jahrhundert  abstrakter denn je.

Posted by Astarte on 18. Mai 2017

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