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Posts from the ‘Tiefenrausch & Höhenkoller’ Category

Jugendfeindlichkeit

In der Corona-Krise setzt sich gerade genau das fort, was zuvor schon begonnen hatte. Wenn sich Generation Z ums Klima und ihre Zukunft sorgt, dann wird sie von wütenden Altmännermobs im Netz verspottet. Wenn sie sich in Parteien engagiert, wird sie nicht ernst genommen.
Wenn sie sich, wie etwa in den USA, für härtere Waffengesetze stark macht, um nicht in der Schule erschossen zu werden, wird sie mit abstrusen Argumenten überschüttet. Und wenn sie sich darüber Sorgen macht, dass ihr eine Pandemie gerade ihre Jugend raubt, dann ist das für den Mob nicht mehr als ein lächerliches „First-World-Problem“. Diese Jugendfeindlichkeit ist eklig.

Fest steht: Die Jugend ist gerade einer der größten Verlierer der Krise. Ihre Treffpunkte, etwa Clubs, Diskotheken und Festivals waren die Ersten, die im Frühjahr abgeschafft wurden.
Und sie werden wohl die Letzten sein, die nach der Pandemie wieder öffnen – wann immer das sein wird.

Corona-Schwurbler ernst nehmen – die Jugend nicht.

Der Generation Z läuft unterdessen die Zeit davon. Man ist nur einmal jung. Die sorglosen letzten Jahre vor dem Erwachsenenleben, die frühere Generationen noch erleben durften – all das bleibt ihr verwehrt. Und dass sich die Problematik so schnell ändern wird, daran glaubt ja selbst der größte Optimist nicht mehr.

In Klassenräumen frieren sich Schülerinnen und Schüler von nun an den Hintern ab – weil man es über den Sommer offenbar nicht geschafft hat, vernünftige Alternativkonzepte zu schaffen. Als 16-Jähriger würde ich mir auch verarscht vorkommen.

Aber klar, „First-World-Problems“. Erinnert ihr  Euch? Wochen-, ja, monatelang wurde über Corona-Leugner auf den Straßen dieses Landes berichtet. Von einem „First World Problem“ sprach hier erstaunlicherweise niemand.

Kaum gesprochen wird hingegen über diejenigen, die nicht so laut sind wie der Mob. Diejenigen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben,
und die – abgesehen von einer lächerlichen Maske – noch ganz andere Probleme haben. Dass junge Menschen sozialen Aktivitäten nachgehen möchten, wird als Schwäche dargestellt. Bricht das Sozialleben weg, dann ist das irgend so ein jugendlicher Quatsch. Dabei ist gerade das für junge Menschen enorm wichtig.
„Dieser Moment des Sich-Fallenlassens, einfach den Stress wegtanzen, den Alltag vergessen: Das fehlt doch sehr.“

Wir können an dieser Stelle nicht leugnen, dass natürlich auch die Partygänger gerade einen Teil dazu beitragen, dass die Corona-Infektionszahlen wieder in die Höhe steigen.
Wir lesen von illegalen Rave-Partys, von unerlaubten Massenveranstaltungen , von Saufabenden ohne Abstand. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass es einfach keine angemessenen Alternativen gibt.

Vielleicht lesen wir auch nur, was wir lesen wollen. Es braucht schließlich immer einen Sündenbock – es wäre nicht das erste Mal in dieser Pandemie. Laut dem Soziologen Corsten bewegen sich die Zahlen bei den Neuinfektionen inzwischen auf das Durchschnittsalter der Bevölkerung von 44,5 Jahren zu. Im Klartext: In den vergangenen Wochen haben sich vor allem Teile der älteren Bevölkerung infiziert, und nicht mehr jüngere Leute wie etwa in den späten Sommermonaten. Die Lage könne laut dem Soziologen „nicht mehr vollständig mit dem Partyfeiern erklärt werden“.

Bei Interviews, die er für seine aktuelle Studie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen geführt hat, habe er zudem häufig Rücksichtnahme, eine soziale Perspektive und das Hineindenken in andere festgestellt, sagt Corsten: „Wir können nicht beobachten, dass Jugendliche antisozial denken.“ Für den ein oder anderen Corona-Schwurbler auf den Straßen und Pöbler im Internet dürfte die Beurteilung vermutlich anders ausfallen.

Denkt nach und bleibt gesund!

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18 Nov 2020

Schwurbler , Nazis und Verschwörungen – Willkommen in der Mythenwelt

Corona hat eine Menge schräger Mythen hervorgebracht. Mitunter ist der Schwachsinn, der im Internet kursiert, so hanebüchen, dass der Begriff „Verschwörungstheorie“ zu viel der Ehre wäre.
Verschwörungserzählungen sind frei von Belegen, dafür hantieren ihre Erfinder mit haltlosen Unterstellungen. Sie wiegeln auf und schüren Existenzängste. Es wird
teilweise unbewusst, rechtes und rechtsoffenes Gedankengut verbreitet.
Doch auch für jene, die auf der anderen Seite stehen, ist das alles mittlerweile mehr als gruselig.
Als ob eine Pandemie ansich nicht schon schlimm wäre, muss man sich nun auch noch mit solchen Idioten befassen.

Allem Vorran: die Nazis
Kann und sollte man mit Nazis reden? Kann man Ihnen andere Überzeugungen nahe legen? – Nein!
Gespräche sind zwecklos. Die wollen nämlich nur Aufmerksamkeit und keinen Echten Dialog.

Denn die schöne Vorstellung, die dieser Forderung nach Dialog zugrunde liegt, ist die eines Gesprächs zwischen zwei grundsätzlich für den Austausch von rationalen Argumenten offenen Personen, die sich gerne vom Gegenüber überzeugen lassen, wenn er oder sie die besseren Argumente mitbringt. Nicht erst seit Donald Trump wissen wir, dass der Kommunikationsstil
der Neuen Rechten gerade nicht dialogisch ist. Stattdessen fährt sie eine Strategie der Verlautbarungen, der Reichweite und der Aufmerksamkeit. Und zwar um jeden Preis, auch den der Wahrheit.
Es wird mit den Ängsten der Menschen gespielt. Ihre Existenzangst instrumentalisiert.

Wer profitiert davon, dass es in Deutschland als Tugend gilt, das Gespräch mit ganz Rechts zu suchen? Es sind die ganz Rechten, die es dadurch immer wieder schaffen, den Dialog an sich zu reißen und die eigentlichen Themen – Integration, Rechtsterror, Demokratiefeindlichkeit – zu kapern und umzudeuten.
Und häufig schafft es die Gesellschaft nicht einmal, zu benennen, was sie tut:  So sitzen keine »Neonazis« in Polittalkshows, sondern »Europakritiker«, »Volksschützer«, »Asylgegner«.
Sie haben halt ein Problem mit Flüchtlingen, der LGBTQ-Community, Juden, Muslimen, Schwarzen. Und mit Abtreibung. Denn sie alle lieben Föten.

Zweitens liegt der Forderung das Gespräch zu suchen, und damit toleranter gegenüber Ideen der Neuen Rechten zu sein, ein merkwürdiger Begriff von Toleranz zugrunde.
Wenn es einen Text gibt, den man angesichts der aktuellen Diskussion dringend wieder lesen müsste, ist es Herbert Marcuses Aufsatz über „repressive Toleranz“.
In dem Text aus dem Jahr 1965 argumentiert Marcuse, dass Toleranz gerade nicht darin besteht, in letzter Instanz auch Intoleranz zu akzeptieren. Toleranz wird in dem Moment,
in dem man das tut, repressiv, weil sie dann – statt Freiheit, Offenheit und Emanzipation zu fördern – Intoleranz als Deckmantel dient.

Die Idee, dass eine tolerante Gesellschaft auch Intoleranz aushalten müsse, ist für Marcuse die deutlichste Artikulation von repressiver Toleranz.

Marcuse zeigt, dass wahre Toleranz parteiisch sein müsse – der Intoleranz gegenüber. Das heißt nicht, dass wir uns Rassismus oder Sexismus einfach weg wünschen können.
Aber wir dürfen rassistische und sexistische Positionen nicht auf einer Ebene mit anderen Positionen verhandeln.
Wir tun dann so, als wäre die Gleichheit von Menschen eine Frage der Meinung und nicht Voraussetzung des demokratischen Gesprächs.

Fakt ist, es gibt einen Rechtsruck in unserer Gesellschaft. Den man mit Vorsicht betrachten sollte.
Mit dem Ergebnis, dass es da nichts zu diskutieren gibt, aber viel, wogegen man kämpfen und einiges, dem man sich verweigern sollte.

 

die Schwurbler

Manchmal komme ich mir vor wie im Leben des Brian (Monty Python’s Life of Brian) , wo jeder selbsternannte Prophet im Kostüm eines Esotherikers oder Heilpraktikers daher kommt
und den Menschen einem vom Pferd erzählt.
Ebenso gibt es die Volksfront von Judäa und die judäische Volksfront –  dies soll Streit und Spaltungen in der Regierung darstellen und die Zerissenheit innerhalb des Ganzen wiederspiegeln.

Klar, das viele Menschen da leichtgläubig sind und falschen Propheten folgen. Ganz vorran Attila Hildmann.

Nachdem der Berliner Kochbuchautor  verkündete, bewaffnet in den Untergrund zu ziehen und dort notfalls eine Armee aufzubauen, spekuliert er nun über Chemtrails, Aliens und groß angelegte Monster-Erweckungsrituale.

Hildmann behauptet, er werde gegenwärtig von Geheimdiensten und Tempelrittern observiert. Und er setzt seine Anhänger über einen bevorstehenden Karrieresprung in Kenntnis:
„Ich bin hier bald der neue Staatschef.“ Er sei geboren, um in dieser Zeit das Schlimmste zu verhindern.

Attila Hildmanns Eigendemontage ist schlimm anzusehen, die Kombination aus Selbstüberschätzung und Realitätsverlust dank seines Geltungsdrangs penibel im Internet dokumentiert.
Da überrascht nicht, wenn Hildmann gleich den nächsten Unsinn auftischt, zum Beispiel den Verdacht, das Berliner Trinkwasser sei vergiftet, um die Bevölkerung ruhig zu stellen.

Umso mehr irritiert es, wenn man mit einem Mal Verschwörungstheorien von Personen hört, denen man das nie zugetraut hätte: von Verwandten, Bekannten, Freunden, Kollegen.
Menschen, die man bisher für vernünftige, aufgeklärte Demokraten hielt.
Und plötzlich schicken sie über Whatsapp angebliche „Beweise“, wonach ein Coronavirus gar nicht existiere. Dass alle Abstandsregeln bloß Panikmache seien und dahinter ein teuflischer Plan geheimer Mächte stecke.

Was darauf antworten? Ist diesen Menschen, auf einer Eskalationsstufe zwischen eins und Attila Hildmann, noch zu helfen? Sollte man Sie als Irre abtun oder lauert da eine echte Gefahr ,
wenn man die Masse dieser Leute betrachtet?

Am Anfang der Pandemie explodierte die Nachfrage nach verlässlichen, von etablierten Institutionen geprüften Nachrichten. Die „Tagesschau“ erreichte 17 Millionen Zuschauer, das entsprach einem Marktanteil von fast 60 Prozent.

Doch je länger der Kampf gegen die Pandemie dauert, je beschwerlicher er scheint und in je weitere Ferne sein Ende rückt, desto attraktiver werden einfache Antworten und klare Schuldige.
Eben zum Beispiel: Das Virus existiert gar nicht, alle Sicherheitsregeln sind überflüssig, geheime Mächte stecken dahinter. Das ist nah am Wunsch, eine Hexe zu verbrennen, weil die Ernte schlecht war, oder einen Juden aus der Stadt zu jagen, weil der eh schon immer an allem schuld war.

Ja sind wir denn im Mittelalter? Habt ihr denn nichts gelernt? Ich kann da nur den Kopf schütteln.

Verschwörungsgläubige verdienen kein Mitleid, sondern entschiedene Ablehnung.

An eine Seite wird in der Debatte, wie mit Verschwörungsgläubigen am besten umzugehen ist, praktisch überhaupt nicht gedacht: diejenigen, die sich den ganzen Quatsch anhören müssen.
Die Coronakrise belastet alle, jeder hat ein Päckchen zu tragen. Woher kommt die Erwartung, dass Vernünftige dann auch noch Toleranz gegenüber den Unvernünftigen zeigen sollen –
und auf eine saudumme Wortmeldung, die in Wahrheit eine Belästigung darstellt, mit Geduld und Feingefühl reagieren?

Es gibt keine moralische Verpflichtung, sich das anzuhören. Es ist erlaubt, Verschwörungsgläubige abzukanzeln, sogar auszulachen, ihnen auch zu entgegnen: „Erzähl das der Parkuhr, Onkel!“ oder einfach „Geh weg!“ Meinungsfreiheit bedeutet, dass man fast alles behaupten darf. Es bedeutet nicht, dass sich jemand den Mist anhören muss.

Ohnehin wäre es Zeitverschwendung, einen Verschwörungstheoretiker von der Unsinnigkeit seiner Behauptungen überzeugen zu wollen. Zunächst einmal ist es schlicht unmöglich,
den Beweis zu erbringen, dass eine Verschwörung nicht existiert. Man kann ja auch nicht beweisen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Er könnte sich, theoretisch, tatsächlich irgendwo auf der Welt verstecken. Solange nicht jeder Quadratmeter Erdoberfläche überwacht wird, können wir es nicht hundertprozentig wissen – und selbst dann könnte der Kerl in einer Höhle im Erdinneren oder in den Wolken oder unter einem Unsichtbarkeitsmantel ausharren.
Wir können lediglich eine überwältigende Fülle an Indizien zusammentragen, die zeigen, wie unwahrscheinlich die Existenz des Weihnachtsmanns ist.

Verschwörungstheoretiker sind verdammt gut darin, über Logikfehler hinwegzusehen. Bei ihnen kann Angela Merkel gleichzeitig Jüdin, Roboter und außerirdisches Echsenwesen sein.
Alles ist möglich, solange man für das, was man fünf Minuten vorher behauptet hat, keine Verantwortung übernimmt.

Das alles klingt so furchtbar abstrakt. Als wären wir alle in der Truman Show und da oben sitzt jemand und lacht über uns.
Aber Leute, das ist Realität. Das ist unser Jetzt!
Die Zukunft ist gerade dunkler als je zuvor.

 

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17 Nov 2020

Zuviel und doch Sommer

Wir leben in einer Gegenwart, die uns unübersichtlicher denn je erscheint und blicken einer Zukunft entgegen, die wenig gemeinsam hat mit den großen Visionen der Vergangenheit.
Die Aufgabe an uns, gerade in diesem chaotischen 2020 ist es, mit Besonnenheit einen Schritt zurück zu treten, zu reflektieren und Um zudenken. Es kann nicht mehr so weiter gehen wie bisher.
Wir sind vor neue Herausforderungen gestellt, die einigen von uns zuviel sind.  Dinge hinnehmen und mit wenig auskommen, liegt nicht in der Natur der heutigen Gesellschaft.
Eine Gesellschaft voller Überfluss , kriegt es ja nicht mal gebacken eine Maske dauerhaft in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Hauptsache dagegen , hauptsache protestieren…
Eine solche Gesellschaft lässt es sich auch nicht nehmen trotzdem in ein Flugzeug zu steigen und trotz Gefahr ins Ausland zu reisen.  Was soll man da noch sagen…

In letzter Zeit denke ich viel an meine Reise, die ich geplant hatte. Eigentlich wäre ich jetzt in Georgien und würde durch den Kaukasus reiten. Meine erste Reise allein ins Ausland,
von der ich mir soviel Lern und Reifeeffekt versprochen hatte. „Durch die Weite ganz nah zu sich kommen“, die Komfortzone verlassen, Begegnungen mit dem Fremden suchen, Routinen durchbrechen und sich überraschen lassen, auch von sich selbst. „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“
Nun ja,  d
as Gefühl der Krise ist allgegenwärtig. Das Risiko eines Auslandurlaubes ist mir zu groß im Moment, noch dazu in ein Nicht EU Land zu fliegen und im Zweifelsfall in Quarantäne festhängen… Nun wird es vertagt, mal sehen ob es je statt findet in der Form.

Aber durch die Vorbereitung auf diese Reise, hab ich meinen Weg Zurück zu den Pferden gefunden und dadurch lerne ich im Moment sehr viel. Das ist sehr schön!

Der Sommer brennt allgegenwärtig und der Urlaub ist da, mal sehen ob ich den Gipfel der Erkenntnis auch im Allgäu finde!

 


 

EINE ODE AN DIE ZUVIEL-FRAU

Und natürlich weiss
sie, dass es an ihr liegt.

Sie weiss, wenn sie
weniger wäre, weniger
fühlen würde, weniger
kompromisslos wäre,
weniger fordernd,
weniger extrem…

würde sie in einer
Beziehung mehr Ruhe übertragen
Wäre es nicht schwer eine
Partnerschaft einzugehen und zu behalten.
Würden ihr Freundschaften
leichter fallen, wäre sie
eine angenehmere
Angestellte und eine
angenehmere Tochter.

Da wäre dann mehr
Toleranz, mehr Akzeptanz,
mehr Gelassenheit, mehr
Genügsamkeit, mehr
Harmonie.

Natürlich weiss sie,
dass es an ihr liegt…

Sie weiss, dass sie
hochsensibel ist,
dramatisch, leidenschaftlich,
temperamentvoll,
ungezügelt und von
allem ein wenig
zuviel …

immer dann wenn etwas
nicht ganz ehrlich ist,
wenn etwas nach Lüge riecht,
wenn etwas nicht ganz
ausgesprochen ist,
wenn etwas nicht ganz
transparent ist,
wenn etwas nicht
richtig kommuniziert
wird, aus dem Herzen
heraus und nicht aus
dem Kopf oder aus
dem Schützengraben.

Natürlich weiss sie,
dass es an ihr liegt…

Sie weiss, dass sie
kaum Konflikte vermeiden
kann, sie weiss dass sie
nur durch ihre Präsenz
andere triggert, dann wenn
sie zu laut, zu schön,
zu anders, zu eigensinnig,
zu still,
zu besitzergreifend,
zu zu zu zu ist.

Sie weiss, dass sie es
niemandem leicht macht,
auch sich selber nicht.

Und doch dadurch
besticht sie, dadurch
lebt sie ihre Talente,
dadurch hinterfragt sie,
dadurch bricht etwas
auf, dadurch heilt
etwas in ihr und im
Umfeld, dadurch erweitern
sich die Grenzen, dadurch
bebt die Erde, dadurch
kommt mehr Licht
an dunkle Ecken,
dadurch kann nicht
mehr alles unter den
Teppich gekehrt werden,
dadurch entsteht Veränderung,
Wandel, dadurch werden
andere Inspiriert aufzuwachen,
Mut zu haben, Risiken
einzugehen.

Viele wenden sich von ihr ab.
Andere wenden sich ihr zu.
Vielleicht vielleicht
nicht immer die, von denen
sie es sich wünschen würde.

Doch sie weiss, in dem
was zuviel an ihr ist liegt
das Geschenkt, den ja sie hat
ZUVIEL.. darum ist es leicht
für sie sich zu verschenken…

In ihrem Hunger liegt die
Kraft über sich selber hinauszuwachsen,
eigene Grenzen zu überschreiten,
nicht stehen zu bleiben. Da liegt
viel Bewegung und auch die
absolute Stille die sich freisetzt
und in die sie sich hineinfallen lässt ab und zu.

Du magst zu den Frauen gehören,
die zuviel sind. Doch sei nicht starr
damit, verbittere nicht, versteck
dich nicht dahinter, bleib weich,
bleib zärtlich, bleib liebevoll
und verletzlich.. brich alles auf,
was einst zugemüllt wurde, dich
hart gemacht hat, dehn das
zuviel sein noch mehr aus,
bewege es in eine neue Dimension
hinein….

Ja du weisst, es liegt an dir,
du bist zuviel. Mach es dir nicht
zum Vorwurf und auch anderen
nicht, dass sie nicht damit können.

Denn du hast begonnen,
es zu integrieren. Deine
Reife schenkt dir mehr
Erdung, mehr Weisheit,
mit deinem zuviel einfach
zu sein. Auch mal  Stehen zu bleiben.
Zuzuschauen und es
auch zu lenken. Du hast
dich vom Trotz heraus
befreit in ein klares
liebevolles Selbstvertrauen
hinein.

Sei zuviel. Und komm
in Frieden mit dir!

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6 Aug 2020

Rätselhafte Abgeschiedenheit von der Welt

Dieses Jahr lief gut an und dann kam Corona.
Innerhalb weniger Wochen wurde unser Leben so gut wie lahm gelegt.
Alles was wir für normal gehalten haben, entfiel oder wurde in Frage gestellt.
Meine Generation hat sowas noch nie erlebt.
Ausgangsbeschränkungen, Home Office auch in Berufen wo es nie möglich war, kein Reisen, kein Treffen mit Freunden oder Familie, kein shoppen, kein Friseur, keine Parties, kein Eis in der Sonne im Park, kein Kino, kein Theater, kurz gesagt = kein öffentliches Leben
…Sicherhaltsbstand, Angst beim Lebensmitteleinkauf, Videochat und Schutzmasken bestimmen nun unseren Alltag.

Ich schätze mich mehr als glücklich zu den privilegierten dieser Krise zu gehören. Ich bekomme weiter Gehalt, kann von zu Hause arbeiten, habe eine schöne, helle Wohnung mit Balkon und seit kurzem einen Garten.
Ganz wichtig: Ich bin nicht allein. –> all das macht mich unendlich Dankbar!

Aktuell stehen wir fast am Ende der „harten“ Ausgangsbeschränkungen, man kann  ein vorsichtiges Statement abgeben:

Stand 12. April:   483 Bürger in leipzig infiziert, sachsenweit sind es mindestens 3929.
Es ist für ganz viele Menschen kaum zu ertragen, existenzruinierend. Kurzarbeit oder ganz und gar ohne Job aus dieser Krise raus zu gehen.
Andere zerbrechen an der Einsamkeit, wieder andere verstricken sich in Verschwörungstheorien.

 

Man kann sagen, wie gut man die Ausgangsbeschränkungen verkraftet, liegt maßgeblich an der Beschaffenheit der eigenen vier Wände und des eigenen Innenlebens.
Manchmal ist man gern allein. Liebt Entscheidungsfreiheit und Ruhe, zieht Alleinunterhaltung dem Gruppenzwang vor. Breitet sich das Alleinsein aber aus, zu einem ungewollten Dauerzustand, wird es bedrückend.
Abgrenzung von der Außenwelt geht fließend über in das Gefühl, gefangen gehlaten zu sein. Es scheint kein entkommen zu geben, vor den eigenen 4 Wänden, dem Virus, den Gedanken die man sich macht. – Un-heimelig im Freud’schen Sinne.
Diese Welt wie wir sie kennen , wird nach dem Virus anders sein.
Wie genau, läßt sich nur vermuten, aber vieles wird sich ändern. Denn Corona geht nicht mehr weg.
Es wird einen Impfstoff geben oder ein Medikament sicher noch in diesem Jahr. Aber dennoch hat es Auswirkungen auf die Wirtschaft, auf die Menschen, auf alles. Das Ausmaß ist größer als man glauben mag.

Wir sind unsere Freiheit gewöhnt und das leichte unbeschwerte Leben im übervollen kapitalistischen Deutschland.
Die Parallelitäten zu den 1920ern sind unübersehbar.

Für die meisten Leute waren die 20er-Jahre nämlich nicht „golden“. Am Anfang der 1920er-Jahre gab es die Hyperinflationskrise, die Vermögen vernichtet hat und die die einfachen Leute nach dem Krieg noch einmal in schwere Lebenssituationen stürzte.
Soziale Konflikte treten wieder offen hervor und sorgen für politische Radikalisierung, die letztendlich im Nationalsozialismus gipfelt.
Damals und heute ist es so, dass politische Kräfte die Krisen für ihre Zwecke nutzen.

Auf dem Land bekommen die Menschen von all den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen nur wenig mit. Für sie hat sich auch nur wenig verändert.  Das ist auch heute noch so. Von Corona merkt man dort nicht viel.
In den 1920er Jahren hält die sogenannte Landflucht weiter an. Die Menschen suchen in den Städten nach Arbeit und einem besseren Leben.
Auch das kann man heute genauso beobachten.

Vor allem das Nachtleben in den Großstädten ist ausgelassen und freizügig (wie heute). Es wird Absinth getrunken und in den Ballhäusern wird Charleston getanzt. Frauen schneiden sich die Haare kurz und beginnen die Emanzipation immer weiter vorran zu treiben. Auch heute kann man eine neue Welle dieser Bewegung beobachten, den Neo-Feminismus.

Freilich gab es also eine Phase der Erholung in den 1920ern, aber für die meisten Leute war es eine harte Zeit. Mit dem Rausch hat man zum Teil versucht, die schweren Lebensbedingungen zu vergessen.

Daher muss jeder Perspektivwechsel genutzt werden!

Wenn der Alltag nur noch an einem begrenzten Ort stattfinden kann, wünscht man sich diesen so komfortabel und weitläufig wie möglich.
Jeder Perspektivwechsel wird genutzt und sei es nur der Blick aus dem Küchenfenster oder eben ein Ausflug in den Garten, um den Blick auf frisches Grün und Garten-Arbeit zu lenken.

Nichts ist wichtiger, als sich im gewählten zu Hause auch so zu fühlen, zu Hause.
Ohne räumlichen Ausweg steigt das Konfliktrisiko, die die zu Hause nicht sicher sind, werden noch gefährdeter. Häusliche Gewalt bekommt ein ganz neues Level.

Auf Instagram posten Menschen Bilder von sich mit Aktenkoffer und Trenchcoat, wie sie sich an der Stange des Duschvorhangs festhaltend, auf dem Weg zur Arbeit ins Büro sind (vermutlich der Küchentisch).
Ist das nun kreativ oder verzweifelt?
Wer keine finaziellen Schwierigkeiten hat, wird Geld niemals als Problem verstehen, das es zu bedenken gilt. Und wer eine riesen Bude oder Haus hat, der regt natürlich gern dazu an, zu Hause zu bleiben, um Leben zu retten.
Denn wo liegt das Problem? Stars scheinen mental genauso wenig wie Influencer auf einen Notstand und ein jetzt angemessenes Verhalten vorbereitet zu sein.
Eine Pandemie lässt sich aber auch schwer mit einem ansprechenden Instagram Feed vereinbaren.

Selten wurde so sichtbar, dass die Distanz zwischen den Menschen unglaublich groß ist, unabhängig von Social Distancing.

„Die Hölle, das sind die Anderen. “ – dieser und andere Sätze von Sartre bekommen in dieser Zeit eine ganz neue Wertigkeit.
„In dem Moment, wo die Menschen nicht ehrlich zu sich und den Anderen sind, sind die Bedingungen dafür gegeben, dass die anderen zu ihren Folterern werden.“ (geschlossene Gesellschaft).
Entscheidend aber ist, das dieses Leiden unter den anderen nicht zwangsläufig ist.  Menschen können sich immer auch entscheiden, anders zu handeln und verantwortungsbewusst  miteinander umzugehen.
Wir werden zwar in diese Welt geworfen und es gibt viele Situationen auf die wir keinen Einfluss haben. Wenn wir uns aber , auch ohne eigenes Zutun, in einer bestimmten Situation befinden, so sind wir gezwungen , zu entscheiden und indem wir entscheiden, verantworten wir auch unsere Entscheidung! Diese große Freiheit ist auch eines der größten Bedrängnisse.

Wir haben die Freiheit einkaufen zu gehen oder eben auch nicht. Der eine kauft eine Packung Klopapier, der andere zehn.
Der nächste keine, weil ausverkauft. So schnell wird Freiheit banal gesehen zum Bedrängnis und der Egoismus des Einzelnen siegt über das Verantwortungsbewusstsein des Anderen. Die Hölle, das sind die Anderen!
Genauso kann man es mit Abstand halten, Fake News verbreiten oder anhusten durch spielen.
Die Dummheit und Doppelmoral, dieser Tage kennt fast keine Grenzen.

In diesen Tagen sind wir in besonderem Maße dazu aufgefordert , Verantwortung für unser handeln zu übernehmen.
Respektieren wir z.b. das Nicht-Treffen von Freunden auf engen Raum oder den Abstand beim Einkaufen, übernehmen wir auch eine Verantwortung für die Gesundheit anderer.
„Die Freiheit des Einzelnen setzt die Freiheit aller Voraus“.

Haltet durch und denkt nach!

Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere.“ (Sartre)

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14 Apr 2020

Burlesque

Burlesque

von ca. 2009 bis ca. 2012 war ich Burlesque Tänzerin. Zunächst mit meiner damiligen Gruppe „PureSinz“ später Solo unterwegs.
Dahin gekommen bin ich übers Modeln und das kennen Lernen experimentierfreudiger, kreativer, ideenreicher Menschen. Nicht selten auch sehr trinkfester Menschen.
Man quatschte bei dem ein oder anderen Drink und hatte allerlei Ideen was man in eine Bühnen Show packen könnte, so kam eins ums andere.
Zu der Zeit war es auch kaum möglich eine Dita Von Teese nicht zu kennen. Die schillernde Schöne Ex von Marilyn Manson, machte das Burleske wieder modern.
Ich hatte auch ein großes gerahmtes Bild von ihr hängen.

Es hat mir damals riesen Spaß gemacht Kostüme zu entwerfen und zu basteln, mir Shows auszudenken, Storyboards zu schreiben und Musik durch zu hören die dazu passen könnte.
Kurz gesagt, kreativ zu sein!
Wir waren jung, hatten viel Zeit und Energie. Wir fuhren an den Wochenenden zu Auftritten und sahen viele Ecken von Deutschland und trafen andere Künstler und allerei illustre Menschen.
Es war eine tolle Zeit, keine Frage.

Bei mir war es jedoch so, das ich immer mehr in diese Bühnen Figur schlüpfte, ich entwickelte ein Alter Ego. Meine erschaffenen Figuren wurden zu mir wenn ich auf der Bühne stand.
So schirmte ich mich ab, vor den oft ungehobelten Menschen. Leider ist es so, dass die meisten sich Burlesque Shows wegen dem Unterhaltungsfaktor und der nackten Haut anschauen,
nicht wegen der Kunstform.
Ich war innerlich enttäuscht, wenn die Leute „Titten“ riefen und fühlte mich oft wie ein Stück Fleisch. Wo war das emanzipierte an Burlesque geblieben von dem immer alle reden? das Empowerment?
Vlt. waren wir zu „klein “ um die guten Bühnen Shows abzustauben. Aber es war nicht fair, Wochen -und- Monatelang eine Show einzustudieren, sich Gedanken zu machen über Inhalt und Sinn, dafür viel Geld für Kostüme und Requisiten auszugeben, um dann in eher gelanweilte oder aufgegeilte Gesichter zu blicken. Das war nicht das was ich mir vorgestellt hatte.
Nach einem unschönen Vorfall bei einer meiner letzten Shows allein in Berlin, beschloß ich Burlesque an den Nagel zu hängen.

Das Übersexualisierte in dieser Szene zu der Zeit wurde für mich unerträglich. ich wollte nicht mehr nur auf meinen Körper reduziert werden. Eine Frau die sich auf einer Bühne stilvoll nicht ganz entkleidet, ist noch lange kein Freiwild!
Ich sah mich als Künstlerin. Ich wollte doch nur Kunst auf Bühnen machen…

Ich liebte mich in meinen Kostümen. Ich fand mich darin großartig, stilvoll und sexy. Erhaben und fantasievoll. Doch ich war nicht in der Lage die Erfolge zu bekommen, die ich mir gewünscht hatte. Mein junges Mitte 20 ich, war eben nicht sonderlich Selbstbewusst und hatte noch nicht genügend Persönlichkeit um eine einnehmende Bühnenpräsenz vorweisen zu können.
Zudem wahrscheinlich auch nicht die richtigen Kontakte.

Jahrelang habe ich mich damit nicht mehr beschäftigt. Wollte weder Burlesque Shows noch Burlesque Shootings machen, noch weiterhin in dieser Schublade stecken.
Die Schublade werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr los 😀 das habe ich inzwischen akzeptiert. Habe ich ja auch den Künstlernamen „Astarte“ behalten.

Ich konnte mich über die Jahre  in anderen Shooting ,-Theater,-Musikvideo-Bereichen etablieren und ausprobieren mit mehr und minderen Erfolgen.
Naja es war ein langer Weg und gefühlte 100 Leben. Oskar Wilde würde treffend sagen: „Wir sterben viele Tode, der Letzte ist nicht der schlimmste.“
Ich war immer ein bischen wie ein Phönix, der aus seiner eigenen Asche steigt und sich immer wieder neu ausprobiert. Immer auf der Suche, Ruhelos und Rastlos…

Es musste erst Januar 2020 werden bis ich soweit war mich dem Thema Burlesque ernsthaft nocheinmal zu nähern.

Ein kleines Shooting, nichts besonderes…ich sollte 3 Outfits zum Thema „Burlesque“ zusammen stellen.
Natürlich hatte ich meine Kostüme von damals behalten. Einige Federn waren nicht mehr im tadelosen Zustand, hier und da fehlten Pailetten und die Pasties klebten auch nur noch halb.
Alles etwas ramponiert und eingestaubt. Doch als ich es anhatte, spürte ich eine Magie, einen Zauber… Als ob jedes einzelne Kostüm noch immer zu mir spricht und das jeweilige Alter Ego beheimatet hatte, was ich getötet geglaubt.
Dies gemischt mit der Frau die ich heute bin, war ein krasses Gefühl.
Ich stand im Zwiegespräch mit meinem alten Ich.

Es ging dabei nicht um das Shooting ansich, eher um das was ich gefühlt habe.
Das Birdie, was Flügelschlagend und bunt umherwirbelte , ein bischen wie nicht von dieser Welt, immer auf der Suche nach dem Ausgang aus dem Käfig, war seinem Käfig entwachsen und zur Ruhe gekommen.

Es fliegt noch, aber hat keinen Höhenkoller mehr!

Bowie würde sagen: „Alle meine Figuren haben ihren Zweck erfüllt, jetzt können sie in Rente gehen! “

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15 Jan 2020

Jahresrückblick 2019

die Vorweihnachtszeit hat immer etwas von zur Ruhe kommen, Nachhause-Kommen oder Resümee ziehen. So schaue ich wie jedes Jahr um diese Zeit zurück.
Was hat uns 2019 gebracht an Erkenntnissen und neuen Dingen?

Ketzerisch würde ich sagen : „Feuer brennt Altes nieder“.  Die Welt stand und steht ein Stück weit in Flammen. In vielerlei Hinsicht. Notre Dame hat gebrannt und der Amazona ebenso,
genauso heiß diskutiert und zerissen werden die Fridays for Future Bewegungen und der damit verbundene Blick Richtung Klimaschutz.
Ich glaube die Persönlichkeit des Jahres ist Greta Thunberg, ein 16-jähriges Mädchen aus Schweden ,von der man halten kann was man möchte, aber sie hat die Menschen weltweit für den Klimaschutz sensibilisiert. Sie hat etwas bewegt und angestoßen, es liegt nun an unserern Politikern was draus zu machen, damit wir alle noch lange Freude an unserer Erde haben.
Klimaschutz kann jeder auch ein Stück weit selbst ausüben, das Stichwort heißt „Verzicht“.
In diesem Jahr ist vielen von uns unter anderem auch mir, so richtig klar geworden wie weit in der „scheiße“ wir schon stecken und das es möglicherweise schon zu spät ist oder zu lange dauert wenn man jetzt erst anfängt wirkliche Maßnahmen zu ergreifen.
Es wird nicht besser. Dunkle Zeiten liegen vor uns.

Einige dunkle Momente hatte ich auch in meinem persönlichen 2019. Der Tod meiner geliebten Katze Leela war besonders hart. Ich musste Abschied nehmen.
Genauso wie von meinem Wahl-Wohn-Viertel Südvorstadt. Wir sind nocheinmal umgezogen innerhalb von Leipzig.
Es hat etwas gedauert bis ich mich an das neue Stadtteil gewöhnt hatte und naja noch immer habe ich hier und da Sehnsucht nach dem Süden.
Die neue Wohnung jedoch ist wunderschön und wir fühlen uns dort sehr wohl. Das Umzugsthema war wohl das zentralste 2019, verbunden mit vielen Erkenntnissen drumherum.
Nach Abschied und Neuerungen kann das neue Jahr kommen und den Blick wieder mehr nach innen lenken.
Das kommende Jahr, wird für mich das Jahr der Reise. Spirituell und geographisch.
Es gibt noch soviel zu optimieren und zu lernen. ich bin bereit und lausche dem Rhytmus meiner Seele.

Etwas zu tun, ist etwas anderes, als es „nur zu denken“. Es ist sehr viel wirkungsvoller.

Laut dem chinesischen Kalender steht uns das Jahr der Ratte bevor.
„Das Jahr der Ratte wird uns kreative Energie bringen, eine Energie, die sich manifestieren kann, indem sie viele Dinge erfüllt.
Sie werden die Gewissheit haben, dass alles möglich ist, dass Sie der Schöpfer Ihres eigenen Lebens sind und dass Sie die Kraft haben, zu sein, wer immer Sie sein wollen.
Nutzen Sie es, es ist jedes Jahr verfügbar und kann die Grundlage für neue Gewohnheiten und Handlungen sein, die Sie schon lange initiieren wollten.
Offiziell beginnt das chinesische Jahr der Ratte am 25. Januar.“

***
Ich bin dankbar für alle Erfahrungen die ich 2019 machen durfte, für alles Gute, für alles was vorbei gegangen ist, für alles Neue was ich lernen durfte
und was mich bereichert hat,
für die lieben Menschen in meinem Leben und für meinen Mann, für das Glück und für die Zuversicht,
für den Spaß und die beste Partycrowd ever!

 

 

 

 

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18 Dez 2019

Am Ende der Welt

Am Ende der Welt

In unserer Fantasie und in Filmen beginnt die Apokalypse immer mit einem lang erwarteten Ereignis – dem Start eines neuen Waffensystems, einem ausgebrochenen Virus
oder einem Zombie-Angriff.
Auf den Zusammenbruch folgt dann ein neuer, stabiler Zustand. Etwas passiert, und am Morgen danach schiebt man dann einen quietschenden Einkaufswagen über eine Autobahn an verlassenen Teslas vorbei – die abgesägte Schrotflinte im Anschlag.
Es gibt eine neue Welt und einen neuen Anfang.
Doch in der Wirklichkeit ist der Prozess schleppend und es gibt nichts mehr am Ende… Es hat schon begonnen.

Der katastrophale weltweite Klimawandel ist nämlich kein Ereignis, und wir warten auch nicht auf ihn oder bilden ihn uns ein. Er ist bereits mitten unter uns.
Das ist keine Panikmache, das ist Realität!

Im August 2018, in einem Sommer der Waldbrände und Hitzerekorde, brach erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen das stärkste und älteste Eis des Nordpolarmeers auf und leitete das letzte Kapitel der arktischen Todesspirale ein.
Wenn wir nicht bis 2020 unseren Kurs wechseln, laufen wir Gefahr, den Punkt zu verpassen, an dem wir einen ungebremsten Klimawandel noch verhindern können.“(Antonio Guterres).

Doch manchmal denke ich der Point of no return ist bereits erreicht… selbst wenn nicht, werden die Menschen ihren Kurs nicht ändern.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und gerade schlechte Gewohnheiten ablegen ist nicht seine Stärke.
Die Generationen nach uns werden nicht mehr viel tun können.

Große Teile der heute noch bewohnten Küstenregionen werden unter Wasser liegen und damit ebenso unbewohnbar sein wie die Waldgebiete und Wüsten der Äquatorregion, wo es zu heiß sein wird.
Weltweit werden die Menschen bereits unzählige örtliche und regionale Klimakatastrophen, große Wirtschaftskrisen und katastrophale Ernteausfälle erlitten haben. Sie haben sich an die willkürliche Gewalt durch wütende und
manchmal hungernde Menschen gewöhnt, die sich gegen die Regierungen auflehnen – die wiederum immer repressiver werden, um die Kontrolle zu behalten. Als Reaktion auf all diese politische, ökologische und ökonomische Instabilität
wird die ängstliche Weltbevölkerung wahrscheinlich ihre Freiheit gegen Versprechen von Sicherheit eingetauscht haben. Immer mehr Mauern werden gebaut, und die Staaten kämpfen um Ressourcen wie Trinkwasser,
die einst im Überfluss vorhanden waren. Der letzte große Klimawandel mit weltweiten Auswirkungen war die „kleine Eiszeit“ des 17. Jahrhunderts.
Sollten die politischen und sozialen Folgen der globalen Erwärmung mit diesem Umbruch vergleichbar sein, müssen wir mit ähnlich schlimmen Hungersnöten, Seuchen und Kriegen rechnen wie damals.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es aber noch schlimmer werden. All dies wird Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr geschehen. Sicherlich gibt es auch „Ereignisse“ wie diejenigen,
unter denen wir bereits im vergangenen Jahrzehnt gelitten haben – Hitzewellen, extrem zerstörerische Hurrikane, die Verlangsamung wichtiger atlantischer Meeresströmungen, politische Ereignisse wie der syrische Bürgerkrieg, die Flüchtlingskrise im Mittelmeerraum, die Aufstände der französischen Gelbwesten und so weiter. Aber mit der möglichen Ausnahme eines Atomkriegs werden wir wahrscheinlich kein globales „Ereignis“ erleben, das den erwarteten Übergang auslösen wird, den Klimawandel „real“ werden lässt und uns zwingt, unser Verhalten zu ändern.

Statt dessen wird sich die langsame Katastrophe der Gegenwart in den nächsten dreißig Jahren wohl einfach fortsetzen: Wir werden uns an jeden neuen Schock, jede neue Brutalität und jede „neue Normalität“ gewöhnen, bis wir eines Tages von unseren Bildschirmen aufschauen und uns in einem neuen dunklen Zeitalter wiederfinden – vorausgesetzt natürlich, dass wir nicht bereits dort sind.

Dies ist keine Apokalypse, auf die man sich vorbereiten, aus der man sich gewaltsam befreien oder vor der man sich verstecken kann. Sie hat keinen Anfang und kein Ende, nach dem die Überlebenden ihre Welt wieder aufbauen können. In der Tat ist sie überhaupt kein „Ereignis“, sondern eine neue Welt, ein neues geologisches Zeitalter der Erdgeschichte, in dem unser Planet für die zweibeinigen Primaten, die wir Homo Sapiens nennen, vielleicht nicht mehr bewohnbar sein wird. Dies ist nicht unsere Zukunft, sondern unsere Gegenwart: eine Zeit des Wandels und des Streits, aus der kaum ein Ausweg erkennbar ist.

Unser Leben ist rund um Konzepte und Werte aufgebaut, die durch ein schweres Dilemma existenziell bedroht sind: Entweder verändern wir radikal das kollektive Leben der Menschen, indem wir fossile Brennstoffe aufgeben, oder, was wahrscheinlicher ist, unsere globale, fossilbetriebene und kapitalistische Zivilisation wird durch den Klimawandel beendet werden. Revolution oder Kollaps – auf jeden Fall dürfte das gute Leben, das wir kennen, dann zu Ende sein.

Denken wir daran, was wir alles für selbstverständlich halten: stetiges Wirtschaftswachstum; endlosen technologischen und moralischen Fortschritt; einen globalen Marktplatz, der in der Lage ist, alle möglichen menschlichen Bedürfnisse zu decken; einfache Transporte über enorme Distanzen; regelmäßige Reisen in fremde Länder; ganzjährigen Reichtum an landwirtschaftlichen Produkten; einen Überfluss an synthetischen Materialien für günstige und hochwertige Konsumgüter; klimatisierte Räume; für die menschliche Betrachtung geschützte Wildnis; Urlaub am Strand; Ferien in den Bergen; Skifahren; Kaffee am Morgen; ein Glas Wein am Abend; ein besseres Leben für unsere Kinder; Schutz vor Naturkatastrophen; sauberes Wasser im Überfluss; privates Eigentum an Häusern, Autos und Land; ein Selbst, das Sinn findet, indem es Erfahrungen, Objekte und Gefühle ansammelt; menschliche Freiheit, um wählen zu können, wo wir leben, wen wir lieben, was wir sein und was wir glauben möchten; den Glauben an einen stabilen klimatischen Hintergrund, vor dem sich unsere menschlichen Dramen abspielen. Nichts davon ist nachhaltig – zumindest nicht auf die Art, wie wir es heute erleben.

Der Klimawandel findet statt, soviel ist klar. Nicht klar ist, ob wir modernen Menschen die psychologischen und spirituellen Ressourcen besitzen, um mit dieser Herausforderung fertigwerden zu können. Bereits heute hat eine ganze Generation versucht, mit dieser Lage umgehen zu lernen, und das Ergebnis dieser Bemühungen ist immer noch ungewiss.
(Quelle: https://www.ipg-journal.de/regionen/global/artikel/detail/die-letzten-menschen-3557/)

Trotz dieser Erkenntnis, müssen wir weiter machen.

Doch im Hinterkopf die ein oder andere Vorsichtsmaßnahme ergreifen.

Infos dazu stehen hier:

Prepping: So bereitest du dich auf den Weltuntergang vor

Was man jetzt schon tun kann: Verzicht lernen!
z.B. Verzicht auf Plastik (so gut es geht, ganz wird nicht möglich sein,wenn man nicht gerade im Wald lebt), Verzicht auf Fliegen, Verzicht auf Fleisch, Verzicht auf übermäßigen Konsum…
um nur ein paar zu nennen.

 

meine Botschaft: be prepared!

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12 Nov 2019

Schwellen Angst

Where are we now

du stehst an einer Schwelle. Alles in dir wehrt sich noch. Alte Konditionierungen, uralte Überlebensstrategien klammern sich an das was dir bis jetzt immer Sicherheit garantiert hat.
Dich in diesem sicheren Feld aufzuhalten bedeutet jedoch auch, nicht vollkommen offen zu sein. Wiederstrebend möchtest du über die Schwelle treten und doch irgendwie nicht.

Du hörst sie sagen du musst halt mal so oder so oder dieses oder jenes, vorallem aber musst du… aber was muss ich denn?
Warum fühlt sich das müssen zu einer erwachsenen Veränderung nur so hart und schwer an.
Ist es nur Angst oder will ich gar nichts verändern?

Wie erreiche ich den Moment in mir, dass ich bleiben kann und es sich gut anfühlt, ohne das ständig etwas in mir sagt, du musst was verändern…
Denk an deine Zukunft… Job … Rente… Kinder…Gesundheit…Spätfolgen…kein Partylife mehr… praktische Dinge können…kochen …gut Auto fahren…Veränderung!!!…
Aber was ist mit der Schwellenangst… keiner kann mir sagen was es bedeutet in der wahrhaftigen Abhängigkeit der eigenen Sucht nach Flucht zu sein.

Keiner der Worte, Ratschläge kann jemals die Lösung bringen… in keinem wird es beim Namen genannt, dass du in diesen Moment von Würmern zerfressen wirst,
von Blutsaugern die an dir kleben wie schwarzes Pech, ausgesaugt und vertrieben von dem Platz der dir Ruhe verspricht und Erlösung.
Doch jetzt stehst du an der Schwelle …. und nichts und niemand kann dich darüber tragen. Du kannst nur damit bleiben, mit all den Millionen Fluchtgedanken,
die dir etwas zuflüstern und einflüstern und reden, mit all den verklebten Vorstellungen die du hast.
Und doch ist es jetzt anders…Hier warst du noch nie. Hier her hat dich das Leben das erstemal hingeführt.
Und du denkst es geht in den Abgrund. und du denkst wenn du springst musst du sterben.

Zwischenebene… Ruhe vor dem Sturm…

Darum wartest du noch. Und es ist klug noch zu verharren… Doch dann kommt der Moment, es geht garnicht anders… und du fällst in etwas vollkommen Neues hinein…
während des Fluges stirbst du alle Tode und mit dir alle Vorstellungen die du je hattest… und der Moment wenn du aufschlägst.. ist etwas das nur dich ganz persönlich betrifft.
Aber weisst du was… dort werden wir uns wiederfinden.. und es wird ein Vergnügen sein… uns auszutauschen…im Übermut über das ungewissen… suchend blicken wir um uns…
um zu sehen was fehlt, warum ist es plötzlich so leicht in uns… doch das wird dann einfach so sein.

Die Schwelle ist ein guter Ort… auch wenn diese Zeit das letzte von dir fordert… es kommt etwas neues… lass es uns erwarten, es ist jede Träne jeder Verzweiflung wert…. ❤

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18 Okt 2019

ein neuer Anfang

aller Anfang ist schwer… aber etwas neues zu schaffen, schafft auch immer Raum für neue Perspektiven.
Die nächste Stufe ist erreicht und wir können uns zufrieden auf die Schulter klopfen.

Es war ein langer Weg… Ich möchte behaupten das, dass Wohnungsthema eines der zentralsten für mich war in diesem Jahr bisher.
Ich will gar nicht daran denken wann ich das letzte mal mit so vielen Steinen im Weg habe kämpfen müssen.

Wenn nochmal jemand zu mir sagt : „ein Umzug , ach das ist doch nur Kartons von A nach B tragen“!  Dann muss ich der Person wohl leider den Kopf abreißen.

In der heutigen Zeit haben wir so viele Dinge die uns das Leben leichter machen, auf der anderen Seite wird aber alles immer schwerer und teurer.
Ich bin schon so einige male in meinem Leben umgezogen und ich möchte auch behaupten das ich gut organisieren kann, doch bei diesem Umzug konnte ich mich nicht
auf vertrautes Vorgehen verlassen. Sondern musste viel neu lernen und mich mit neuen Situationen auseinander setzen. Das meiste davon ist dem Zuwachs an Menschen
in der Großstadt und den steigenden Mieten geschuldet. Ich hoffe, dass wir nun nicht noch einmal umziehen und wenn, dann endlich in das lang ersehnte Eigenheim (Eigentumswohnung).

Man braucht unglaublich viel Kraft, Energie und Durchhaltevermögen! Am Ende dieses Weges lacht aber die Sonne, versprochen!
Wenn ich jetzt morgens meinen Kaffee trinke, in einer lichtdurchfluteten Wohnung, meinen Blick über die vielen Zimmerpflanzen, über die marokkanische Ecke Richtung Balkon nach draußen schweifen lasse, weiß ich, dass wir alles richtig gemacht haben.

Das größte Umdenken begann im Kopf mit dem Thema Verzicht und Minimalismus. Die neue Wohnung hat eben 10/12qm weniger als die alte.
Das macht sich schon bemerkbar und nicht nur ein bisschen.  Ausmisten ist das eine, aber dann zu merken, dass man nicht genug weg gegeben hat und immer noch zuviel Kram
unterzubringen ist , ist hart.
Wenig Dinge – was ist schon wenig? Wieviel ist wenig?

Wer braucht noch einen Fernseher in Zeiten von Netflix und Co., wo man alles übern Laptop streamen kann? Eigentlich niemand. Denn jeder schimpft doch eh über die Werbung.
Früher gab es beispielsweise das Röhrenfernsehgerät, Radio, Stereoanlage, Schallplatten, später CD‘s, irgendwann Videorecorder und Videokassetten zum Filme schauen. Dann noch die Bücher im Regal. All diese Dinge kann ich durchaus heute auch noch besitzen, ich muss es aber nicht. Heute besitze ich einen Laptop und Smartphone, habe einen Internetzugang, ein paar gute Boxen für den perfekten Klang und damit ist alles verfügbar. Wie wunderbar minimalistisch sieht das aus?
Ruckzuck wirkt die Wohnung, als sei kaum etwas drin. Dabei ist die Möglichkeit zu Unterhaltung und Information immer noch da. Bücher und DVD’s , sowie CD’s hat man ja heute eher aus sentimentalem Wert.

Diese Aufzählung kann man endlos weiter führen mit Küchenzubehör, Schränken, kitschiger Deko, sowie Klamotten und Schuhen.
Meine ganzen persönlichen Dinge befinden sich nun in 3 Schränken (plus Schuhschränke natürlich^^). Es kommt mir fast wieder vor wie damals, als ich alles in einem WG Zimmer
unterbringen musste. Ich glaube so radikal wie dieses mal habe ich noch nie ausgemistet.

Ich genieße es sehr, nicht mehr so viel Zeugs herumstehen zu haben. Dadurch habe ich die Möglichkeit, mich auf die wirklich wesentlichen physischen Besitztümer zu beschränken.
In kleinen Räumen ist so viel mehr Platz. Abstauben und aufräumen geht blitzschnell.
Jetzt wo alles an seinem Platz steht, empfinde ich den Verlust von Dingen nicht als negativ, sondern als Bereicherung.
Befreiung von Ballast. Es ist wirklich so!

Das Auge freut sich täglich in diese helle klare Wohnung zu blicken. Das schöne Farbkonzept und die vielen grünen Zimmerpflanzen zu sehen. Der Kopf freut sich über neue Zusammenhänge
die er verknüpfen muss. Neue Wege im Alltag etc.
Ich fühle mich erfrischt und auch wenn ich neuen Dingen gegenüber eher nicht so die Aufgeschlossenste bin, komme ich damit inzwischen ziemlich gut klar.
Ich würde behaupten das ist ein Stück weit achtsame Lebenskunst, sich selbst hin und wieder ins Neue unbekannte zu stürzen!

P.S.:Anmerkung: Ohne meinen Liebsten, der mir den Schubs gab, hätte ich das wohl nicht gemacht 😉 Deshalb geht großer Dank an ihn!
Er hatte es schwer mit mir in dieser Zeit. Aber wir haben dadurch auch wieder ein Stück mehr an uns und unseren Schwächen gearbeitet,
sowie Qualitäten und Stärken zu schätzen gelernt.


Manchmal haben wir die Kraft,

“Ja” zum Leben zu sagen.

Dann kehrt Frieden in uns ein
und macht uns ganz.
(Emerson)

 

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24 Jul 2019

Wo ist eigentlich zu Hause?

Ist Zuhause = Heimat?

Wie kann man Zuhause interpretieren? Was sollte man sich denn da vorstellen?
Was beinhaltet ein Zuhause um es auch persönlich als Zuhause betrachten zu können?

Jeder Mensch interpretiert das sicher anders.

Für mich ist Heimat, da wo ich aufgewachsen bin. Mein Zuhause, der Ort an dem ich lebe. Nicht nur weil ich dort wohne, sondern weil dort mein Rückzugsort ist.
Dort erfahre ich Geborgenheit, Ruhe, Liebe und kann neue Kraft tanken. Zu Hause ist also ein Kraftort, das Zentrum meiner kleinen Welt. Es ist Wohlfühloase, Comfortzone
und Reich der Gemütlichkeit.

Ein englisches Sprichwort sagt: „Home is where your heart is“.

Es gibt ja Menschen die sind überall zu Hause, ich gehöre nicht dazu.
Unser Bus und das on the Road-Gefühl ist auch eine Art zu Hause geworden, in dem ich mich sehr wohl fühle. Ich bin aber auch froh ein richtiges zu Hause zu haben und nicht immer im Bus leben zu müssen.

Wenn man auf der Suche nach einer neuen Wohnung ist, werden die Karten nochmal neu gemischt.
An welche Wohnung kann ich denn mein Herz hängen?

Wie findet man den Ort, an dem man zu Hause sein kann? Ist man angekommen, wenn der Bäcker einem ohne zu fragen die richtigen Brötchen einpackt?
Ist man angekommen, wenn man mit dem Rad nur 10min zur Arbeit braucht und alle Ärzte und Geschäfte des täglichen Bedarfs in bequemer Nähe hat?

Stehen wir uns mit Bequemlichkeit selbst im Weg? Es fällt schwer die eigene Hood zu verlassen und nochmal bei 0 anzufangen. Ein neuer Stadtteil, ein neues Raumgefühl,
sich von altem trennen und neues zu lassen. Umzugsstress und Eingewöhnung, vorallem spielt das liebe Geld auch eine Rolle.
Die letzten Jahre steckten voller Veränderung. Zur Ruhe kommen war nur kurzzeitig möglich, nun kommt der nächste Schritt.

Ich hoffe jedes mal das das mein letzter Umzug ist. Ich hasse Umzüge und ich bin zu alt und zu bequem um mich noch oft umzugewöhnen. Es bedeutet purer Stress eh alles so ist,
dass man sich fallen lassen kann, vorallem, wenn 2 Menschen ihre Meinung und Einrichtungswünsche durch setzen wollen.

Es ist ein Kraftakt an einem Ort der zum Kraftort werden soll, aber noch nicht ist zu werkeln …  dieser Schwebezustand zwischen 2 halbleeren und chaotischen Wohnungen ist fürchterlich für mich.  Davor graut es mir schon jetzt. Es wird mir aber nichts anderes übrig bleiben.
Die Entscheidung ist gefallen, eine Eigentumswohnung, ein großer Schritt. Ein Neuanfang!
Wem gehört die Stadt? Denen die drin leben und die bereit sind ihren Wohnraum zu kaufen und sich nicht mit ständigen Mieterhöhungen vom Kapitalismus knechten zu lassen.
Mein Leipzig lob ich mir!

Ich wünsche mir anzukommen mit meinem Liebsten und am Ende diesen Jahres in unserem neuen zu Hause eingezogen und glücklich zu sein!

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6 Feb 2019