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Zuviel und doch Sommer

Wir leben in einer Gegenwart, die uns unübersichtlicher denn je erscheint und blicken einer Zukunft entgegen, die wenig gemeinsam hat mit den großen Visionen der Vergangenheit.
Die Aufgabe an uns, gerade in diesem chaotischen 2020 ist es, mit Besonnenheit einen Schritt zurück zu treten, zu reflektieren und Um zudenken. Es kann nicht mehr so weiter gehen wie bisher.
Wir sind vor neue Herausforderungen gestellt, die einigen von uns zuviel sind.  Dinge hinnehmen und mit wenig auskommen, liegt nicht in der Natur der heutigen Gesellschaft.
Eine Gesellschaft voller Überfluss , kriegt es ja nicht mal gebacken eine Maske dauerhaft in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Hauptsache dagegen , hauptsache protestieren…
Eine solche Gesellschaft lässt es sich auch nicht nehmen trotzdem in ein Flugzeug zu steigen und trotz Gefahr ins Ausland zu reisen.  Was soll man da noch sagen…

In letzter Zeit denke ich viel an meine Reise, die ich geplant hatte. Eigentlich wäre ich jetzt in Georgien und würde durch den Kaukasus reiten. Meine erste Reise allein ins Ausland,
von der ich mir soviel Lern und Reifeeffekt versprochen hatte. „Durch die Weite ganz nah zu sich kommen“, die Komfortzone verlassen, Begegnungen mit dem Fremden suchen, Routinen durchbrechen und sich überraschen lassen, auch von sich selbst. „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“
Nun ja,  d
as Gefühl der Krise ist allgegenwärtig. Das Risiko eines Auslandurlaubes ist mir zu groß im Moment, noch dazu in ein Nicht EU Land zu fliegen und im Zweifelsfall in Quarantäne festhängen… Nun wird es vertagt, mal sehen ob es je statt findet in der Form.

Aber durch die Vorbereitung auf diese Reise, hab ich meinen Weg Zurück zu den Pferden gefunden und dadurch lerne ich im Moment sehr viel. Das ist sehr schön!

Der Sommer brennt allgegenwärtig und der Urlaub ist da, mal sehen ob ich den Gipfel der Erkenntnis auch im Allgäu finde!

 


 

EINE ODE AN DIE ZUVIEL-FRAU

Und natürlich weiss
sie, dass es an ihr liegt.

Sie weiss, wenn sie
weniger wäre, weniger
fühlen würde, weniger
kompromisslos wäre,
weniger fordernd,
weniger extrem…

würde sie in einer
Beziehung mehr Ruhe übertragen
Wäre es nicht schwer eine
Partnerschaft einzugehen und zu behalten.
Würden ihr Freundschaften
leichter fallen, wäre sie
eine angenehmere
Angestellte und eine
angenehmere Tochter.

Da wäre dann mehr
Toleranz, mehr Akzeptanz,
mehr Gelassenheit, mehr
Genügsamkeit, mehr
Harmonie.

Natürlich weiss sie,
dass es an ihr liegt…

Sie weiss, dass sie
hochsensibel ist,
dramatisch, leidenschaftlich,
temperamentvoll,
ungezügelt und von
allem ein wenig
zuviel …

immer dann wenn etwas
nicht ganz ehrlich ist,
wenn etwas nach Lüge riecht,
wenn etwas nicht ganz
ausgesprochen ist,
wenn etwas nicht ganz
transparent ist,
wenn etwas nicht
richtig kommuniziert
wird, aus dem Herzen
heraus und nicht aus
dem Kopf oder aus
dem Schützengraben.

Natürlich weiss sie,
dass es an ihr liegt…

Sie weiss, dass sie
kaum Konflikte vermeiden
kann, sie weiss dass sie
nur durch ihre Präsenz
andere triggert, dann wenn
sie zu laut, zu schön,
zu anders, zu eigensinnig,
zu still,
zu besitzergreifend,
zu zu zu zu ist.

Sie weiss, dass sie es
niemandem leicht macht,
auch sich selber nicht.

Und doch dadurch
besticht sie, dadurch
lebt sie ihre Talente,
dadurch hinterfragt sie,
dadurch bricht etwas
auf, dadurch heilt
etwas in ihr und im
Umfeld, dadurch erweitern
sich die Grenzen, dadurch
bebt die Erde, dadurch
kommt mehr Licht
an dunkle Ecken,
dadurch kann nicht
mehr alles unter den
Teppich gekehrt werden,
dadurch entsteht Veränderung,
Wandel, dadurch werden
andere Inspiriert aufzuwachen,
Mut zu haben, Risiken
einzugehen.

Viele wenden sich von ihr ab.
Andere wenden sich ihr zu.
Vielleicht vielleicht
nicht immer die, von denen
sie es sich wünschen würde.

Doch sie weiss, in dem
was zuviel an ihr ist liegt
das Geschenkt, den ja sie hat
ZUVIEL.. darum ist es leicht
für sie sich zu verschenken…

In ihrem Hunger liegt die
Kraft über sich selber hinauszuwachsen,
eigene Grenzen zu überschreiten,
nicht stehen zu bleiben. Da liegt
viel Bewegung und auch die
absolute Stille die sich freisetzt
und in die sie sich hineinfallen lässt ab und zu.

Du magst zu den Frauen gehören,
die zuviel sind. Doch sei nicht starr
damit, verbittere nicht, versteck
dich nicht dahinter, bleib weich,
bleib zärtlich, bleib liebevoll
und verletzlich.. brich alles auf,
was einst zugemüllt wurde, dich
hart gemacht hat, dehn das
zuviel sein noch mehr aus,
bewege es in eine neue Dimension
hinein….

Ja du weisst, es liegt an dir,
du bist zuviel. Mach es dir nicht
zum Vorwurf und auch anderen
nicht, dass sie nicht damit können.

Denn du hast begonnen,
es zu integrieren. Deine
Reife schenkt dir mehr
Erdung, mehr Weisheit,
mit deinem zuviel einfach
zu sein. Auch mal  Stehen zu bleiben.
Zuzuschauen und es
auch zu lenken. Du hast
dich vom Trotz heraus
befreit in ein klares
liebevolles Selbstvertrauen
hinein.

Sei zuviel. Und komm
in Frieden mit dir!

Posted by Astarte on 6. August 2020

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